Strahlfäule ist ein Problem, das ich bei der Hufpflege leider bei vielen Pferden beobachte. Manche Pferdebesitzer erkennen das Problem nicht, weil sie für den Huf ihres Pferdes „betriebsblind“ geworden sind und nicht wissen, wie ein gesunder Strahl aussieht. Deshalb erkläre ich dir hier, wie du Strahlfäule im Pferdehuf erkennst und behandeln kannst.
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Im ersten Bild ist die Strahlfurche schwarz und bis bis über die Haarlinie eingerissen.
Im zweiten Bild ist keine Fäulnis mehr zu sehen und die Strahlfurche hat sich geschlossen.
Was ist Strahlfäule?
Strahlfäule bezeichnet einen Zersetzungsprozess des weichen Strahlhorns. Du erkennst sie gut an einer vertieften mittleren oder seitlichen Strahlfurche. Meist sammelt sich dort eine dunkle, übel riechende Schmiere. Auch Risse und Taschen im Strahl können anfangen zu faulen. Je weiter die Strahlfäule voranschreitet, desto mehr Strahlhorn geht verloren. Im fortgeschrittenen Stadium kann sich die Lederhaut entzünden und so das Hornwachstum negativ beeinflusst werden – dann entstehen Ringe in der Hornkapsel, ähnlich wie bei einer Hufrehe. Auch Lahmheiten können durch Strahlfäule ausgelöst werden.
Wie entsteht Strahlfäule?
Ursache für Strahlfäule sind Bakterien, die sich besonders unter Luftabschluss wohlfühlen. Steht ein Pferd im Dreck und werden die Hufe nicht regelmäßig gereinigt, haben die Bakterien die besten Voraussetzungen, um das Strahlhorn anzugreifen. Enge Hufe mit tiefen Strahlfurchen, Risse im Strahlhorn, feuchte Weiden, dreckige Einstreu und wenig Bewegung für das Pferd begünstigen den Fäulnisprozess.
Wie wird Strahlfäule behandelt?
Alle angegriffenen Teile des Strahls werden bei der Hufpflege entfernt. Dann bist du als Pferdebesitzer gefragt: Der Strahl und die Strahlfurchen müssen regelmäßig – zu Beginn meist täglich – von Dreck befreit und desinfiziert werden. Frag am besten bei deinem Tierarzt nach einem Mittel gegen Strahlfäule. Reinige die Strahlfurchen zuerst mit Watte und trage dann die Lösung auf das saubere Horn auf. Ist die Strahlfurche besonders tief, kannst du die Watte oder Schafwolle auch in die Furchen drücken – das hält den Dreck fern und übt Druck auf das Horn aus, was das Wachstum des neuen, gesunden Strahls anregt.
Wie kann man Strahlfäule vorbeugen?
Hygienische Haltungsbedingungen und regelmäßige Hufpflegetermine beugen der Entstehung von Strahlfäule vor. Manche Pferde haben aufgrund ihrer Hufform (enge Trachten, tiefe Strahlfurchen) eine Tendenz zu Strahlfäule. In diesem Fall musst du besonders auf die Hufe achten. Das bedeutet: Dein Pferd braucht einen sauberen und trockenen Wohnort – Kot und Urin müssen täglich entfernt und matschfreie Räume angeboten werden. Generell gilt: Ein gesunder Huf braucht viel Bewegung auf verschiedenen Untergründen – das regt das Hornwachstum an.
Quellen
1. „Der Huf. Lehrbuch des Hufbeschlags“. Verlag: Thieme. Herausgeber: Lutz-Ferdinand Litzke. 7. Auflage (2022)
2. Richtlinien für Reiten und Fahren. Band 4. Grundwissen zur Haltung, Fütterung, Gesundheit und Zucht. FN-Verlag. Herausgeber: Deutsche Reiterliche Vereinigung GmbH. 18. Auflage (2017)
3. „mehr Huf, weniger Bearbeitung“. Autorinnen: Christina Kuenen und Barbara Kelly. Selbstverlag. 2. Auflage (2021)
